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Pedalritter am Meer: Aufsitzen und los!

In Gedanken versunken, genieße ich die besondere Ruhe, die sich einem nur in den Morgenstunden bietet. Ein Frühaufsteher war ich schon immer. Das ist nun, da ich in Rente bin, nicht anders. Ich lasse meinen Blick schweifen – aus dem Fenster hinaus, über die noch menschenleere Promenade hinweg bis in die Baumwipfel des idyllischen Dünenwalds. Ein paar Möwen gleiten rasant darüber hinweg. „Welch ein schönes Fleckchen Erde“, denke ich mir.

Ich sitze an einem langen Frühstückstisch des Restaurants Andersen ́s, das sich im Baltic Hotel auf der Ostseeinsel Usedom befindet. Ich bin der erste an der Tafel. Doch es kann sich nur um wenige Minuten handeln, dann stoßen auch die anderen sieben Mitglieder des Duisburger Radclubs „Tour de Franz“ dazu. Plötzlich wird mir klar: „Dann ist es aus mit der Stille“. Beim Gedanken an die gesellige Truppe kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, denn erfahrungsgemäß haben sich alle Mitglieder der Radlergruppe von morgens bis abends jede Menge zu erzählen.

Mein Magen macht sich durch ein unüberhörbares Knurren bemerkbar. So langsam könnten der Vorsitzende Franz und die anderen ruhig auftauchen. Ich kann es kaum erwarten, mir das leckere Rührei am reichhaltigen Buffet aufzutun. Dazu ein paar Scheiben frischer Lachs und natürlich zwei oder drei krosse Brötchen. Diese morgendliche Stärkung ist nicht nur besonders lecker, sondern auch zwingend notwendig, denn heute startet unsere erste Radtour von Zinnowitz bis ins polnische Swinemünde. Das sind immerhin gut 33 Kilometer, die es mit unseren Drahteseln zurückzulegen gilt.

Endlich tut sich etwas. Ein sportlich gekleideter „Franzianer“ nach dem anderen betritt das Restaurant und innerhalb kurzer Zeit erfüllt das tiefe Gemurmel älterer Herren den Raum. Hin und wieder zerreißt ein schallendes Gelächter den Klangteppich. Kurzum: Die Stimmung ist bestens.

Nach dem Frühstück kann es losgehen. Gestärkt und voller Tatendrang schwingen wir uns auf unsere Fahrräder. Einige von uns bestanden darauf, ihr eigenes Rad von Duisburg aus mit auf die Insel zu bringen. Im Fahrradabteil der Bahn war das kein Problem. Alle anderen nutzen den Fahrradverleih über das Baltic Hotel. Bei der telefonischen Buchung hat Franz im Vorfeld alles geregelt. Als wir gestern im Hotel ankamen, standen die Fahrräder schon bereit.

Nun gibt Franz das Kommando, in die Pedalen zu treten. Der Vereinsgründer fährt wie immer vorneweg. Ich reihe mich ein. Die Sonne scheint mir aufs Gesicht und eine leichte Brise weht mir salzige Seeluft entgegen. Eine Fahrradtour am Meer könnte nicht schöner starten!

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