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Unser Strandspaziergang: Nur wir zwei und das Meer

Es ist noch früh am Tag, als wir das Baltic Hotel auf Usedom verlassen, vor die Tür treten und unsere Lungen mit einem tiefen Zug frischer Meeresluft „fluten“. Dann gehen wir ein paar Meter durch den grünen Dünenwald, und schon sind wir am Meer. Ich greife nach Rainers Hand und drücke sie leicht. Über 40 Jahren sind wir miteinander verheiratet. Gut die Hälfte dieser Zeit kommen wir nun schon ins Hotel direkt am Meer, um uns zwei Mal im Jahr eine Auszeit vom Berliner Großstadtgetöse zu nehmen: ein Mal im Winter und ein Mal im Sommer.

„Is ditt schön hier, wa?!“, freut sich Rainer. „Du sagst es“, antworte ich. Wir ziehen unsere Schuhe aus, spüren, wie sich der feine Sand langsam zwischen die Zehen schiebt, und stapfen los. Immer geradeaus, der Brandung entgegen. Solange, bis der Untergrund ein wenig fester wird und man besser darauf laufen kann. Wir spazieren in Richtung Seebrücke und genießen den Weitblick hinaus aufs Meer, wo die morgendlichen Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche glitzern. Bei uns in Pankow kann man nirgends derart in die Ferne gucken, dafür stehen dort einfach zu viele Häuser.

Der Sandstrand auf Usedom erstreckt sich über sagenhafte 42 Kilometer Länge. Diese Marathon-Distanz wollen wir natürlich nicht zurücklegen, doch ein paar Kilometer dürfen es schon sein. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als dem Klang der sich brechenden Wellen zu lauschen, dessen beruhigenden Rhythmus nur das gelegentliche Geschrei der Möwen durchbricht. Dazu kommt der salzige Wind, der es im Nu vermag, einem jegliche Sorgen aus dem Kopf zu pusten.

Rainer und ich genießen unsere Zweisamkeit. Dieses Mal ist er es, der mich an die Hand nimmt. Wir reden: über vollkommen Belangloses, doch auch über Dinge, für die uns in unserem gewohnten Umfeld oftmals die nötige Ruhe fehlt. Hier auf Usedom haben wir diese.

Irgendwann sagt Rainer: „Von unserem janzen Jeplapper hab ick Durst jekriegt. Komm, wir schlendern zurück ins Hotel!“ Auch ich könnte gut etwas trinken und dabei die Füße hochlegen. Die Seeluft macht einen halt durstig. Also kehren wir um und gehen gemächlichen Schrittes wieder in Richtung Baltic Hotel. Hand in Hand. Nur wir zwei und das Meer.

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